Beinwell (Symphytum officinale)

Der Beinwell ist eine traditionsreiche europäische Wildpflanze, die seit Jahrhunderten in der Volks- und Pflanzenkunde beschrieben wird. Mit seinen glockenförmigen Blüten und der kräftigen Wurzel zählt er zu den bekannten Pflanzen historischer Kräuterbücher. Dieses Pflanzenportrait bietet eine sachliche Übersicht zu botanischen Merkmalen, Inhaltsstoffen und zur überlieferten Bedeutung des Beinwells.


Kurzportrait

Der Beinwell (Symphytum officinale) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Borretschgewächse (Boraginaceae). Er wächst bevorzugt auf feuchten Wiesen, an Bachufern und auf nährstoffreichen Böden. Typisch sind seine weich behaarten Blätter, die tief reichende Pfahlwurzel sowie Blüten in violetten bis cremefarbenen Farbtönen. In historischen Quellen wird Beinwell als bedeutende Pflanze der europäischen Volks- und klösterlichen Pflanzenkunde erwähnt.


Erkennungsmerkmale des Beinwells

Wuchs & Blätter

  • große, weich behaarte Blätter
  • raue Oberfläche, spitz zulaufend
  • kräftiger, verzweigter Stängel
  • tiefreichende, fleischige Pfahlwurzel

Blüte & Standort

  • glockenförmige Blüten in Violett, Rosa oder Creme
  • Blütezeit meist von Mai bis September
  • bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Standorte
  • Vorkommen an Gräben, Bachläufen und feuchten Wiesen

Beinwell in der traditionellen Pflanzenkunde

In der Volks- und klösterlichen Pflanzenkunde Europas findet Beinwell seit Jahrhunderten Erwähnung. Überlieferte Texte beschreiben ihn im Zusammenhang mit äußerlichen Zubereitungen sowie als Bestandteil traditioneller Rezepturen. Besonders die Wurzel wird in historischen Aufzeichnungen hervorgehoben und gilt als charakteristischer Pflanzenteil des Beinwells.

Sowohl der altgriechische als auch der deutsche Name der Pflanze lassen sich sprachlich auf historische Vorstellungen aus der Volks- und Pflanzenkunde zurückführen. Diese Überlieferungen stehen im Zusammenhang mit dem Begriff des „Zusammenwachsens“, der sich auch im heute gebräuchlichen botanischen Gattungsnamen Symphytum widerspiegelt.


Überlieferte Zusammenhänge und kulturelle Bedeutung

In alten Kräuterbüchern wurde Beinwell als Pflanze des „Zusammenhalts“ beschrieben. Er fand Eingang in zahlreiche Darstellungen der Volkskunde, insbesondere im Kontext von Körperpflege und äußerlicher Nutzung. Diese Bedeutung spiegelt sich in seiner Erwähnung in traditionellen Rezepturen wider und ist Teil der kulturhistorischen Einordnung der Pflanze.


Inhaltsstoffe des Beinwells

In der Fachliteratur wird für Beinwell eine vielfältige Zusammensetzung beschrieben. Dazu zählen unter anderem:

Stoffgruppe – Beschriebene Bestandteile

  • Pflanzliche Begleitstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe, Harze
  • Phenolcarbonsäuren: Rosmarinsäure, Kaffeesäure
  • Alkaloide: in geringen Mengen enthalten
  • Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor
  • Weitere: Allantoin (pflanzentypischer Bestandteil)

Traditionell beschriebene Zubereitungsformen

In historischen Quellen werden verschiedene äußere Zubereitungsformen erwähnt, darunter:

  • Salben auf Pflanzenbasis
  • Einreibungen
  • Umschläge aus der Wurzel

Diese Darstellungen geben historische Überlieferungen wieder und dienen der kultur- und pflanzenkundlichen Einordnung. Sie stellen keine Empfehlung für eine heutige Nutzung dar.


Hinweise zur Pflanze

  • Beinwell enthält von Natur aus bestimmte Alkaloide
  • In der Volkskunde wird er ausschließlich äußerlich beschrieben
  • Die Pflanze kann regional unter Schutz stehen – lokale Sammelregelungen sind zu beachten

Hinweis

Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung über Pflanzen und ihre historische sowie traditionelle Bedeutung.
Sie stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen nicht die fachliche Beratung durch Arzt oder Apotheker.


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